Onlineshop erstellen lassen: Kosten und Ablauf

10.09.2026 Christopher Schütz E-Commerce 9 Min Lesezeit
Onlineshop erstellen lassen: Kosten und Ablauf

Wer im Internet nach den Kosten fuer einen Onlineshop sucht, findet vor allem eines: Zahlen, die von 500 bis 50.000 Euro reichen und ohne Kontext wenig aussagen. Das liegt daran, dass "Onlineshop" kein einheitliches Produkt ist, sondern ein Sammelbegriff fuer sehr unterschiedliche Projekte. Ein Shop mit 15 Produkten und einer Zahlungsart hat andere Anforderungen als ein Handelsunternehmen, das seine Warenwirtschaft anbinden, mehrere Lager verwalten und international verkaufen will. Dieser Beitrag ordnet die Kostenfaktoren, beschreibt den Ablauf eines Shopprojekts von der ersten Anfrage bis zum Go-Live und zeigt, an welchen Stellen Unternehmer sinnvoll sparen koennen und wo nicht.

Warum die Preisspanne so gross ist

Ein Onlineshop besteht aus mehreren Bausteinen, die je nach Projekt unterschiedlich viel Aufwand verursachen: Design und Nutzerfuehrung, technische Umsetzung, Produktdatenpflege, Zahlungs- und Versandanbindung, rechtliche Absicherung sowie die Anbindung an bestehende Systeme wie eine Warenwirtschaft. Ein Shop, der von Grund auf neu programmiert wird, kostet naturgemaess mehr als ein Shop auf Basis eines etablierten Systems wie Shopify, bei dem Grundfunktionen wie Warenkorb, Kasse und Zahlungsabwicklung bereits vorhanden sind. Auch die Zahl der Produkte, Varianten und Kategorien spielt eine Rolle, ebenso wie die Frage, ob bestehende Kundendaten oder Artikelbestaende migriert werden muessen. Wer diese Faktoren vorab klaert, bekommt ein deutlich realistischeres Angebot als bei einer pauschalen Preisanfrage.

Kostenrahmen im Ueberblick

Als grobe Orientierung fuer den deutschen Markt gelten folgende Einstiegspreise, wobei der tatsaechliche Betrag je nach Umfang, Produktanzahl und gewuenschten Funktionen deutlich hoeher liegen kann:

LoesungStartpreisGeeignet fuerTypische Bauzeit
Website mit Produktpraesentation ohne Kasseab 1.990 EuroDienstleister, die ihr Angebot zeigen, aber nicht direkt online verkaufen wollen3 bis 5 Wochen
Shopify-Shopab 1.490 EuroKleine bis mittlere Sortimente, Einzelhandel, D2C-Marken4 bis 8 Wochen
Shopify Plusab 3.990 EuroGroessere Sortimente, mehrere Verkaufskanaele, hohes Bestellvolumen, B2B8 bis 14 Wochen

Diese Zahlen sind Startpreise fuer ein sauber aufgesetztes Grundgeruest. Individuelle Wuensche wie ein Konfigurator, ein Haendlerbereich mit Nettopreisen oder eine Anbindung an eine bestehende Warenwirtschaft kommen als eigene Positionen dazu. Wer vorab eine grobe Einschaetzung fuer das eigene Vorhaben moechte, kann das mit einem Preiskalkulator selbst durchrechnen, bevor ein konkretes Angebot eingeholt wird.

Shopify, Shopify Plus oder Individualentwicklung?

Fuer die meisten Haendler ist eine Lösung auf Basis eines etablierten Shopsystems die wirtschaftlichere Wahl, weil Zahlungsabwicklung, Sicherheit, mobile Darstellung und Ausfallsicherheit bereits durch den Anbieter geloest sind. Shopify hat sich hier als Standard fuer den deutschen Mittelstand etabliert, weil es sowohl fuer kleine Sortimente als auch fuer komplexere Anforderungen skaliert. Eine Shopify-Agentur uebernimmt dabei die Einrichtung, das individuelle Design, die App-Auswahl und die Anbindung von Zahlungs- und Versanddienstleistern, ohne dass jede Funktion neu programmiert werden muss. Shopify Plus lohnt sich meist erst ab einem bestimmten Bestellvolumen oder wenn mehrere Vertriebswege wie ein B2B-Bereich mit individuellen Preisen und ein B2C-Shop parallel betrieben werden sollen, da hier zusaetzliche Checkout-Anpassungen und automatisierte Workflows moeglich sind.

Eine komplette Individualentwicklung ist nur in wenigen Faellen sinnvoll: etwa wenn ein sehr spezifischer Bestellprozess abgebildet werden muss, der sich mit keinem Standardsystem loesen laesst, oder wenn ein bestehendes ERP-System sehr eng und in Echtzeit an den Shop gekoppelt werden soll. Fuer Haendler, die bereits mit einer Warenwirtschaft wie JTL arbeiten, gibt es inzwischen ausgereifte Bruecken zwischen JTL und Shopify, sodass auch hier keine Individuallösung noetig ist. Wer diesen Weg plant, findet mehr dazu unter JTL-Service.

Der Ablauf von der Anfrage bis zum Go-Live

Ein seriöses Shopprojekt folgt einem festen Muster, auch wenn sich Details je nach Umfang unterscheiden. Wer die einzelnen Phasen kennt, kann besser einschaetzen, wo im Prozess sich Zeit sparen oder Missverstaendnisse vermeiden lassen.

1. Anforderungsklaerung und Angebot

Am Anfang steht ein Gespraech ueber Sortiment, Zielgruppe, gewuenschte Funktionen und bestehende Systeme. Wichtig ist hier, moeglichst konkret zu werden: Wie viele Produkte gibt es, gibt es Varianten wie Groesse oder Farbe, soll es einen Haendlerbereich geben, muss eine Warenwirtschaft angebunden werden? Aus diesen Antworten entsteht ein Angebot mit klar abgegrenztem Leistungsumfang. Fehlt diese Klaerung, entstehen im Projektverlauf haeufig Nachtraege, die den Preis nach oben treiben.

2. Konzept und Struktur

Bevor das Design beginnt, wird die Struktur des Shops festgelegt: Kategoriebaum, Navigation, Filterlogik und die Frage, welche Inhalte auf der Startseite, welche in den Kategorien und welche auf den Produktseiten stehen sollen. Diese Phase wird in der Praxis oft unterschaetzt, entscheidet aber massgeblich darüber, wie gut sich der Shop später bedienen laesst und wie leicht Suchmaschinen ihn erfassen koennen.

3. Design und Umsetzung

Auf Basis der Struktur entsteht das visuelle Design, meist zunaechst fuer die wichtigsten Seitentypen wie Startseite, Kategorie und Produktdetail. Nach Freigabe folgt die technische Umsetzung im Shopsystem inklusive Zahlungsarten, Versandoptionen, Steuerlogik und rechtlicher Pflichttexte. Parallel dazu werden Produktdaten eingepflegt oder aus einem bestehenden System importiert.

4. Test und Qualitaetssicherung

Vor dem Livegang wird der komplette Bestellprozess mehrfach durchgetestet: von der Produktsuche ueber den Warenkorb bis zur Zahlung und der automatischen Bestellbestaetigung. Auch die Darstellung auf verschiedenen Geraeten gehoert dazu, da ein grosser Teil der Bestellungen inzwischen ueber Smartphones erfolgt. Wer hier gruendlich arbeitet, spart sich Reklamationen und abgebrochene Kaeufe nach dem Start.

5. Go-Live und Nachbetreuung

Nach dem Livegang folgt eine Phase, in der reale Bestellungen beobachtet und kleinere Anpassungen vorgenommen werden. Viele Probleme, etwa bei Versandkostenberechnung oder Steuersaetzen fuer bestimmte Laender, zeigen sich erst mit echten Bestellungen. Ein guter Dienstleister begleitet diese ersten Wochen aktiv, statt nach der Uebergabe nicht mehr erreichbar zu sein.

Laufende Kosten nach dem Start

Neben der einmaligen Erstellung fallen laufende Kosten an, die bei der Budgetplanung oft vergessen werden. Dazu gehoeren die monatliche Gebuehr fuer das Shopsystem selbst, Transaktionsgebuehren der Zahlungsanbieter, Kosten fuer Apps und Erweiterungen sowie Aufwand fuer Pflege und Weiterentwicklung. Realistisch sollte ein Haendler mit laufenden Kosten zwischen 50 und 300 Euro im Monat fuer Software und Apps rechnen, abhaengig von Sortimentsgroesse und genutzten Funktionen. Hinzu kommt Zeit oder Budget fuer Content, also neue Produktbeschreibungen, saisonale Kampagnenseiten und die Pflege bestehender Inhalte. Ein Shop, der einmal gebaut und danach nicht mehr angefasst wird, verliert erfahrungsgemaess nach wenigen Monaten an Sichtbarkeit und Umsatz.

Typische Fehler bei der Shopbeauftragung

In der Praxis wiederholen sich bestimmte Fehler immer wieder. Der haeufigste ist eine zu vage Anforderung zu Projektbeginn, die spaeter zu teuren Nachtraegen fuehrt. Der zweite ist die Wahl eines Systems, das entweder ueberdimensioniert ist, etwa Shopify Plus fuer 30 Artikel, oder unterdimensioniert, etwa ein einfacher Baukasten fuer ein Sortiment mit 5.000 Varianten. Der dritte Fehler ist, SEO und technische Sauberkeit erst nach dem Launch zu betrachten, statt sie von Anfang an mitzudenken, was spaeter aufwendige Nacharbeiten noetig macht. Der vierte Fehler ist, Sicherheit und Datenschutz als reine Formalitaet zu behandeln, obwohl gerade Onlineshops mit Zahlungsdaten und Kundenkonten ein beliebtes Angriffsziel sind. Wer diese vier Punkte vermeidet, spart nicht nur Geld, sondern auch Nerven.

SEO und Sichtbarkeit von Anfang an einplanen

Ein Onlineshop, der technisch sauber gebaut ist, aber bei Google nicht gefunden wird, bringt wirtschaftlich wenig. Deshalb sollten Themen wie sprechende URLs, sinnvolle Kategoriestrukturen, eindeutige Produktbeschreibungen statt Herstellertexten und eine funktionierende interne Verlinkung bereits waehrend der Konzeptphase mitgeplant werden. Auch technische Aspekte wie Ladezeit und mobile Darstellung wirken sich direkt auf das Ranking aus, mehr dazu unter Core Web Vitals. Wer den Shop von Beginn an mit Blick auf Auffindbarkeit baut, spart sich spaeter eine aufwendige Nachrüstung und kann mit begleitender Betreuung durch eine SEO-Agentur die Sichtbarkeit kontinuierlich ausbauen, statt einmalig etwas zu optimieren und es danach liegen zu lassen.

Sicherheit und rechtliche Absicherung

Ein Onlineshop verarbeitet Kundendaten, Zahlungsinformationen und teils auch sensible Angaben wie Lieferadressen von Minderjaehrigen bei bestimmten Sortimenten. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Datenschutz und technische Absicherung: verschluesselte Verbindung, sichere Zahlungsanbindung, regelmaessige Updates des Shopsystems und ein durchdachtes Rechte- und Rollenkonzept fuer Mitarbeiter, die im Backend arbeiten. Wer hier unsicher ist, sollte das Thema nicht dem Zufall ueberlassen, sondern gezielt pruefen lassen, etwa im Rahmen einer Beratung zu IT-Sicherheit. Auch rechtliche Pflichtangaben wie Widerrufsbelehrung, AGB und Datenschutzerklaerung muessen zum jeweiligen Sortiment und Geschaeftsmodell passen und sollten nicht einfach aus einer Vorlage kopiert werden.

Wie ein Shopprojekt bei TwoPixels ablaeuft

Bei TwoPixels in Schortens beginnt jedes Shopprojekt mit einem unverbindlichen Gespraech, in dem Sortiment, Zielgruppe und bestehende Systeme geklaert werden, bevor ueberhaupt ein Preis genannt wird. Aus diesem Gespraech entsteht ein Angebot mit klar definiertem Leistungsumfang, sodass beide Seiten wissen, was enthalten ist und was nicht. Waehrend der Umsetzung gibt es feste Abstimmungstermine statt eines einmaligen Uebergabetermins am Ende, damit Anpassungen fruehzeitig einfliessen koennen. Wer bereits eine bestehende Online-Shop-Loesung hat und diese ablösen oder ueberarbeiten moechte, bekommt vorab eine ehrliche Einschaetzung, ob ein Neubau oder eine schrittweise Modernisierung wirtschaftlicher ist. Nach dem Go-Live bleibt der Shop nicht sich selbst ueberlassen: Wartung, Weiterentwicklung und die kontinuierliche Betreuung der Sichtbarkeit gehoeren zum Standardangebot dazu.

Haeufige Fragen

Wie lange dauert es, bis ein Onlineshop live gehen kann?
Ein Shopify-Shop mit ueberschaubarem Sortiment ist realistisch in 4 bis 8 Wochen umsetzbar. Bei groesseren Projekten mit Warenwirtschaftsanbindung oder mehreren Sprachen und Waehrungen sollte man eher mit 8 bis 14 Wochen rechnen. Die Dauer haengt stark davon ab, wie schnell Produktdaten und Texte bereitgestellt werden.

Was kostet ein Onlineshop im Monat, wenn er einmal laeuft?
Neben der Softwaregebuehr des Shopsystems fallen Transaktionskosten der Zahlungsanbieter sowie gegebenenfalls Kosten fuer Apps und Erweiterungen an. In Summe liegen die laufenden Kosten je nach Sortiment meist zwischen 50 und 300 Euro monatlich, hinzu kommt Budget fuer Pflege und Weiterentwicklung.

Lohnt sich Shopify auch fuer ein kleines Sortiment?
Ja, gerade fuer kleine bis mittlere Sortimente ist Shopify meist die wirtschaftlichste Loesung, weil grundlegende Funktionen wie Zahlungsabwicklung und Sicherheit bereits enthalten sind. Individualentwicklungen lohnen sich erst bei sehr spezifischen Anforderungen, die kein Standardsystem abdeckt.

Kann eine bestehende Warenwirtschaft an den neuen Shop angebunden werden?
In den meisten Faellen ja. Fuer verbreitete Systeme wie JTL gibt es etablierte Bruecken zu Shopify, die Bestaende, Preise und Bestellungen automatisch abgleichen. Vor Projektstart sollte geklaert werden, welche Daten in welcher Richtung synchronisiert werden muessen.

Muss SEO extra beauftragt werden oder ist das im Shopaufbau enthalten?
Eine technisch saubere Grundstruktur mit sprechenden URLs, sinnvoller Kategorisierung und guter Ladezeit sollte immer Teil des Shopaufbaus sein. Die laufende inhaltliche Optimierung, etwa der Ausbau von Rankings fuer weitere Suchbegriffe, ist dagegen eine fortlaufende Aufgabe, die ueber den einmaligen Aufbau hinausgeht.

Was passiert, wenn der Shop nach dem Launch Probleme zeigt?
Seriöse Anbieter begleiten die ersten Wochen nach dem Go-Live aktiv, da sich manche Probleme wie fehlerhafte Versandkosten oder Steuersaetze erst mit echten Bestellungen zeigen. Es lohnt sich, vorab zu klaeren, welche Nachbetreuung im Angebot enthalten ist und was separat abgerechnet wird.

Ist eine Individualentwicklung besser als ein Shopsystem von der Stange?
Nicht grundsaetzlich. Ein Shopsystem wie Shopify deckt die meisten Anforderungen bereits ab und spart Zeit sowie Kosten bei Sicherheit und Wartung. Eine Individualentwicklung lohnt sich nur, wenn ein sehr spezifischer Prozess abgebildet werden muss, den kein Standardsystem unterstuetzt.

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