„Was kostet eigentlich ein Relaunch?" ist eine der Fragen, die wir bei TwoPixels am häufigsten hören, und sie ist gleichzeitig eine der Fragen, die sich am schlechtesten mit einer einzelnen Zahl beantworten lässt. Ein Relaunch kann bei 1.990 Euro beginnen, er kann aber auch fünfstellig werden, je nachdem, was hinter der Oberfläche wirklich passiert. In diesem Artikel gehen wir durch, welche Kostenblöcke bei einem Relaunch tatsächlich entstehen, welche davon gerne vergessen werden und wie man ein realistisches Budget aufstellt, bevor man mit einer Agentur ins Gespräch geht.
Warum die Kostenfrage beim Relaunch selten einfach zu beantworten ist
Ein Relaunch ist kein einheitliches Produkt. Hinter dem Begriff kann sich ein reines Facelift verbergen, bei dem Struktur und Inhalte bleiben und nur das Design erneuert wird. Genauso gut kann ein Relaunch bedeuten, dass ein komplettes System gewechselt wird, etwa von einem alten Homepage-Baukasten auf ein modernes CMS oder von einer klassischen Website auf einen vollwertigen Online-Shop. Die Spannbreite bei den Kosten kommt fast immer aus dieser Ausgangsfrage: Wird etwas erneuert, oder wird etwas grundlegend neu gedacht?
Aus Erfahrung lässt sich sagen: Je klarer die Ausgangslage vor dem Start beschrieben ist, desto genauer wird auch das Angebot. Unternehmen, die vorher schon wissen, welche Unterseiten bleiben sollen, welche Funktionen fehlen und wo die alte Seite technisch hakt, bekommen realistischere Preise als solche, die mit „macht mal was Modernes" in ein Erstgespräch gehen. Ein Website-Audit der bestehenden Seite ist deshalb oft der günstigste erste Schritt, weil er genau diese Unklarheiten vorher auflöst.
Die wichtigsten Preistreiber im Überblick
Bevor wir auf konkrete Zahlen eingehen, lohnt sich ein Blick auf die Faktoren, die den Preis eines Relaunchs tatsächlich bestimmen. In der Praxis sind es meist dieselben fünf bis sechs Punkte:
- Seitenanzahl und Struktur: Zehn Unterseiten sind etwas anderes als achtzig, vor allem wenn jede davon individuellen Aufbau braucht.
- Funktionsumfang: Ein Kontaktformular ist schnell umgesetzt, ein Buchungssystem, ein Mitgliederbereich oder eine Anbindung an ein Warenwirtschaftssystem sind es nicht.
- Design-Tiefe: Ein Template mit angepasster Farbwelt kostet deutlich weniger als ein komplett individuelles Design mit eigener Illustration, Animation oder Fotoproduktion.
- Content-Aufwand: Werden bestehende Texte übernommen, überarbeitet oder komplett neu geschrieben? Neue Texte für 40 Seiten sind ein eigenes Projekt.
- Technische Migration: Der Umzug von einem alten System mit gewachsenen, oft undokumentierten Sonderlösungen kostet fast immer mehr als geplant.
- Anbindungen an Drittsysteme: CRM, Newsletter-Tool, Zahlungsanbieter, Warenwirtschaft, jede Schnittstelle bringt eigenen Aufwand mit.
Wer vorab selbst grob abschätzen möchte, wo das eigene Projekt in etwa liegt, kann unseren Preiskalkulator nutzen. Er ersetzt kein persönliches Angebot, gibt aber eine erste, realistische Orientierung, bevor überhaupt ein Gespräch stattfindet.
Website und Online-Shop: zwei unterschiedliche Kostenlogiken
Ein häufiger Denkfehler ist, den Relaunch einer reinen Informationsseite und den Relaunch eines Shops in einem Topf zu betrachten. Bei einer klassischen Website sind Inhalte, Struktur und Design die Haupttreiber. Bei einem Shop kommen Produktdaten, Kategorien, Zahlungsarten, Versandlogik und häufig eine Anbindung an ein Warenwirtschaftssystem dazu, das allein schon Wochen an Abstimmung kosten kann. Zur groben Orientierung, mit welchen Startpreisen man bei uns rechnen kann:
| Projekttyp | Startpreis | Typische Besonderheit |
|---|---|---|
| Website (Relaunch, CMS-basiert) | ab 1.990 Euro | Struktur, Design, Content-Überarbeitung |
| Shopify-Shop | ab 1.490 Euro | Standard-Setup, Produktimport, Zahlungsarten |
| Shopify Plus | ab 3.990 Euro | Hohes Ordervolumen, komplexere Anbindungen |
Diese Zahlen sind Startpunkte für ein solides, funktionierendes Ergebnis, keine Pauschale für jedes Projekt. Ein B2B-Shop mit gestaffelten Preisen je Kundengruppe, eine Shopify-Agentur-Lösung mit individueller Checkout-Logik oder eine JTL-Anbindung an ein bestehendes Warenwirtschaftssystem liegen naturgemäß über dem Einstiegspreis, weil hier echte Individualentwicklung nötig ist.
Versteckte Kosten, die im Budget gerne fehlen
Die Positionen, die im ersten Angebot stehen, sind meist überschaubar. Teuer wird ein Relaunch häufig durch Dinge, die vorher niemand explizit eingeplant hat.
Sichtbarkeitsverlust während der Umstellung. Wenn URLs sich ändern, Metadaten verloren gehen oder Redirects fehlen, kann eine Seite nach dem Relaunch spürbar an Rankings verlieren, teils über Wochen. Das ist keine direkte Rechnung, sondern entgangener Umsatz, und genau deshalb sollte eine SEO-Agentur von Anfang an mit am Tisch sitzen, nicht erst, wenn die neue Seite schon live ist. Eine saubere 301-Weiterleitungsliste, ein Abgleich der alten Sitemap gegen die neue Struktur und ein Blick auf bestehende Backlinks gehören für uns zum Standard, nicht zum Aufpreis.
Content-Migration. Wer glaubt, bestehende Texte lassen sich „einfach rüberkopieren", unterschätzt meist, wie viel Nacharbeit ansteht: neue Bildformate, angepasste Textlängen für neue Layoutbausteine, fehlende Alt-Texte, veraltete Ansprechpartner oder Produktangaben. Bei größeren Seiten ist die Content-Pflege oft der zeitintensivste Teil des ganzen Projekts, nicht die Technik.
Schulung und Übergabe. Ein neues System bedeutet für das Team meist auch neue Bedienung. Wird niemand eingewiesen, landen Änderungswünsche wieder bei der Agentur, was auf Dauer teurer ist als eine ein- bis zweistündige Einweisung direkt nach dem Go-live.
Laufende Kosten nach dem Launch. Hosting, SSL, Wartung, Sicherheitsupdates und gelegentliche kleine Anpassungen laufen weiter, egal wie gut der Relaunch war. Wer das einmalige Projektbudget mit den laufenden Betriebskosten verwechselt, wird spätestens nach einem Jahr überrascht.
Technische Faktoren, die den Preis nach oben treiben
Nicht jede Preissteigerung ist unnötig. Manche technischen Anforderungen kosten mehr, bringen aber auch messbar etwas. Dazu gehört vor allem die Ladegeschwindigkeit: Google bewertet Seiten inzwischen unter anderem über die Core Web Vitals, also Kennzahlen zu Ladezeit, Interaktivität und visueller Stabilität. Eine Seite, die von Anfang an auf diese Werte optimiert wird, etwa durch komprimierte Bilder, schlankes Caching und sauberen Code statt eines überladenen Baukasten-Templates, kostet in der Umsetzung mehr Zeit, zahlt sich aber über bessere Rankings und niedrigere Absprungraten aus.
Ähnlich verhält es sich mit individueller Programmierung gegenüber Standardkomponenten. Ein Konfigurator, eine eigene Filterlogik im Shop oder eine Anbindung an ein internes Tool lässt sich nicht mit einem Plugin lösen, das kostet echte Entwicklungszeit. Wer solche Funktionen früh im Projekt benennt, statt sie erst kurz vor dem Launch nachzuschieben, spart sich in der Regel deutliche Mehrkosten durch nachträgliche Umbauten.
Wie lange dauert ein Relaunch, und was bedeutet das für das Budget
Zeit und Kosten hängen bei einem Relaunch enger zusammen, als viele denken. Eine überschaubare Website mit klarer Struktur und vorhandenem Content lässt sich oft in 4 bis 6 Wochen umsetzen. Ein Online-Shop mit Produktimport, Zahlungsanbindung und Testphase braucht eher 6 bis 10 Wochen. Bei umfangreicheren Projekten mit individueller Programmierung, mehrsprachigen Inhalten oder komplexer Systemanbindung sind 3 bis 6 Monate realistisch. Wird der Zeitrahmen künstlich verkürzt, weil ein Termin, etwa eine Messe oder ein Jubiläum, feststeht, steigt der Preis fast immer, weil zusätzliche Kapazität eingeplant werden muss. Wer frühzeitig plant, spart also nicht nur Nerven, sondern auch Geld.
So behält man die Kosten im Griff: eine Checkliste
Aus vielen Projekten hat sich eine Reihe von Punkten herauskristallisiert, die ein Budget realistisch halten, bevor die erste Rechnung überhaupt gestellt wird:
- Bestandsaufnahme der aktuellen Seite: Welche Unterseiten performen, welche können weg?
- Klare Liste der gewünschten Funktionen, unterschieden nach „muss sein" und „wäre schön"
- Frühzeitige Einbindung von SEO, nicht erst nach dem Design-Freeze
- Abklärung, wer die Texte liefert oder ob die Agentur sie übernehmen soll
- Budget für laufende Wartung und Hosting getrennt vom Projektbudget einplanen
- Puffer von etwa 15 Prozent für unvorhergesehene Anpassungen einkalkulieren
Gerade der letzte Punkt wird gerne übergangen, ist aber in fast jedem Projekt irgendwann relevant, sei es, weil während der Umsetzung eine neue Anforderung dazukommt, oder weil sich beim genaueren Hinsehen zeigt, dass eine bestehende Schnittstelle nicht so funktioniert wie angenommen.
Häufige Fehler bei der Budgetplanung
Der wohl teuerste Fehler ist, ausschließlich nach dem niedrigsten Angebot zu entscheiden, ohne zu prüfen, was darin enthalten ist. Fehlt beispielsweise die Migration bestehender Inhalte, die SEO-Absicherung oder die Einrichtung von Redirects, taucht dieser Aufwand später als Nachtrag wieder auf, meist zu einem höheren Stundensatz als im ursprünglichen Projekt kalkuliert. Ein zweiter häufiger Fehler ist, den Relaunch komplett von der bisherigen Sichtbarkeit zu trennen: Eine Seite, die aktuell gut rankt, verdient vor dem Relaunch einen genauen Blick, welche Inhalte und Strukturen diesen Erfolg tragen, damit sie im neuen System nicht verloren gehen. Ein dritter Punkt betrifft die interne Ressourcenplanung: Auch wenn eine Agentur die Umsetzung übernimmt, braucht jedes Projekt Ansprechpartner im Unternehmen, die Feedback geben, Texte freigeben und Entscheidungen treffen. Fehlt diese Zeit intern, verzögert sich das Projekt, und Verzögerung kostet auf beiden Seiten Geld.
Am Ende lohnt sich ein Relaunch fast immer dann am meisten, wenn er nicht isoliert als reines Design-Projekt betrachtet wird, sondern als Gesamtpaket aus Technik, Inhalt und Sichtbarkeit. Wer sich vorab ehrlich mit dem eigenen Bedarf auseinandersetzt und offen kommuniziert, was wirklich gebraucht wird, bekommt am Ende ein Angebot, das zum Budget passt und keine bösen Überraschungen im Projektverlauf bringt.
Häufige Fragen
Was kostet ein Website-Relaunch im Durchschnitt?
Das hängt stark vom Umfang ab. Eine überschaubare Unternehmenswebsite beginnt bei 1.990 Euro, während umfangreichere Projekte mit individueller Funktionalität fünfstellig werden können. Entscheidend sind Seitenanzahl, Funktionsumfang und technische Anbindungen.
Verliert man beim Relaunch automatisch Google-Rankings?
Nicht automatisch, aber es besteht ein reales Risiko, wenn URLs ohne Weiterleitungen geändert werden oder Inhalte verloren gehen. Mit sauberen 301-Redirects, erhaltenen Metadaten und einer begleitenden SEO-Strategie lässt sich dieses Risiko deutlich reduzieren.
Lohnt sich ein Audit vor dem Relaunch?
Ja, in den meisten Fällen. Ein Audit zeigt, welche bestehenden Inhalte gut funktionieren, wo technische Altlasten liegen und welche Struktur sich für die neue Seite empfiehlt. Das macht spätere Angebote präziser und verhindert teure Nachträge.
Wie unterscheiden sich die Kosten für eine Website und einen Online-Shop?
Ein Shop bringt zusätzliche Kostenpunkte wie Produktdatenpflege, Zahlungsanbindung, Versandlogik und häufig eine Warenwirtschaftsanbindung mit. Shopify-Shops starten bei 1.490 Euro, Shopify Plus für größere Handelsvolumen bei 3.990 Euro.
Wie lange dauert ein typischer Relaunch?
Eine einfache Website ist oft in 4 bis 6 Wochen umsetzbar, ein Online-Shop eher in 6 bis 10 Wochen. Komplexere Projekte mit individueller Programmierung können 3 bis 6 Monate in Anspruch nehmen.
Welche laufenden Kosten fallen nach dem Relaunch an?
Dazu zählen Hosting, SSL-Zertifikat, regelmäßige Sicherheitsupdates und gelegentliche inhaltliche oder technische Anpassungen. Diese Kosten sind vom einmaligen Projektbudget zu trennen und sollten separat eingeplant werden.
Muss man beim Relaunch das komplette Design neu machen?
Nein, nicht zwingend. Manche Projekte profitieren von einem reinen technischen Relaunch mit modernisierter Struktur, während das grundlegende Erscheinungsbild erhalten bleibt. Das senkt die Kosten deutlich gegenüber einem vollständigen Neudesign.