On-Page-SEO-Audit selbst machen: die Checkliste

26.08.2026 Christopher Schütz SEO 9 Min Lesezeit
On-Page-SEO-Audit selbst machen: die Checkliste

Ein On-Page-Audit klingt nach Agentur-Aufgabe, ist aber zu großen Teilen auch mit Bordmitteln machbar. Wer weiß, wonach er suchen muss, findet die größten Baustellen einer Website in wenigen Stunden selbst: fehlende Meta-Angaben, kaputte interne Links, zu lange Ladezeiten oder eine Überschriftenstruktur, die weder Nutzer noch Suchmaschinen verstehen. Diese Checkliste führt dich durch alle relevanten Bereiche, in der Reihenfolge, in der sie in der Praxis auch Sinn ergeben: erst die technische Basis, dann Inhalt und Struktur, zuletzt die Feinheiten. Am Ende weißt du genau, wo deine Seite steht und was zuerst angepackt werden sollte.

Warum sich ein eigenes On-Page-Audit lohnt

Viele Websites verlieren Sichtbarkeit nicht wegen fehlender Inhalte, sondern wegen kleiner, gut behebbarer Fehler: eine doppelt vergebene Meta-Description, ein Canonical-Tag, der auf die falsche Seite zeigt, oder Bilder ohne Alt-Text. Solche Probleme summieren sich und bremsen das Ranking, ohne dass sie auf den ersten Blick auffallen. Ein strukturiertes Audit deckt genau diese Punkte auf, bevor du Zeit in neue Inhalte investierst, die auf einem wackeligen technischen Fundament stehen. Wer regelmäßig prüft, statt nur einmal im Jahr, erkennt Probleme außerdem, bevor sie sich auf den Traffic auswirken.

Was du für das Audit brauchst

Für ein solides On-Page-Audit reichen kostenlose Werkzeuge völlig aus. Die Google Search Console zeigt dir Indexierungsprobleme, Klickzahlen und technische Fehler direkt aus erster Hand. Die PageSpeed Insights von Google liefern die Core Web Vitals inklusive konkreter Verbesserungsvorschläge. Ein Crawler wie die kostenlose Version von Screaming Frog (bis 500 URLs) durchsucht deine gesamte Website und listet fehlende Titles, doppelte Meta-Descriptions und tote Links auf einen Blick auf. Ergänzend lohnt ein Blick in die Entwicklertools deines Browsers, um Ladezeiten und Renderprobleme live zu beobachten. Mehr braucht es für den Einstieg nicht.

Schritt 1: Crawlbarkeit und Indexierung prüfen

Bevor du dich mit Inhalten beschäftigst, muss klar sein, dass Suchmaschinen deine Seiten überhaupt erreichen und aufnehmen dürfen. Prüfe dafür folgende Punkte:

  • robots.txt: Sind versehentlich wichtige Verzeichnisse oder sogar die ganze Domain gesperrt?
  • XML-Sitemap: Ist sie aktuell, erreichbar und in der Search Console eingereicht?
  • Statuscodes: Gibt es 404-Fehler auf intern verlinkten Seiten oder Ketten von 301-Weiterleitungen?
  • Canonical-Tags: Zeigen sie auf die richtige, bevorzugte URL-Version?
  • Noindex-Tags: Sind wichtige Seiten versehentlich von der Indexierung ausgeschlossen?

Diese Basis entscheidet darüber, ob alle folgenden Optimierungen überhaupt Wirkung zeigen können. Eine Seite mit exzellentem Content, die per robots.txt gesperrt ist, taucht in keiner Suche auf, egal wie gut sie sonst ist.

Schritt 2: Ladezeit und Core Web Vitals

Ladezeit ist längst ein direkter Rankingfaktor und gleichzeitig einer der stärksten Hebel für die Absprungrate. Miss deine wichtigsten Seiten mit den PageSpeed Insights, achte dabei besonders auf den Largest Contentful Paint, den Cumulative Layout Shift und die Interaction to Next Paint. Häufige Ursachen für schlechte Werte sind unkomprimierte Bilder, zu viele externe Skripte, fehlendes Caching oder ein überladenes Theme. Wie du diese Werte im Detail verbesserst und welche Stellschrauben am meisten bringen, erklären wir ausführlich im Beitrag zu Core Web Vitals. Als Faustregel gilt: Alles über 2,5 Sekunden bis zum größten sichtbaren Element sollte auf der Prioritätenliste weit oben stehen.

Schritt 3: Meta-Title und Meta-Description prüfen

Title und Meta-Description sind das, was Nutzer in den Suchergebnissen zuerst sehen, und beeinflussen damit die Klickrate direkt. Prüfe für jede wichtige Seite:

  • Ist der Title einzigartig und enthält das relevante Haupt-Keyword möglichst weit vorne?
  • Liegt die Titellänge im Bereich von etwa 50 bis 60 Zeichen, sodass er in den Suchergebnissen nicht abgeschnitten wird?
  • Beschreibt die Meta-Description den Seiteninhalt konkret und lädt zum Klicken ein, statt nur Keywords aneinanderzureihen?
  • Gibt es doppelte Titles oder Descriptions auf mehreren Seiten, etwa bei Kategorie- oder Produktseiten?

Gerade bei Shops mit vielen ähnlichen Produkten schleichen sich hier schnell Duplikate ein. Ein Crawl-Export aus Screaming Frog, sortiert nach Duplikaten, macht solche Fälle in Minuten sichtbar.

Schritt 4: Überschriftenstruktur und Content-Qualität

Jede Seite sollte genau eine H1 haben, die den Seiteninhalt klar benennt. Darunter gliedern H2 und H3 den Text logisch, ähnlich einem Inhaltsverzeichnis. Prüfe, ob Überschriften tatsächlich zur Struktur genutzt werden oder ob sie nur als optische Formatierung dienen, etwa wenn eine H3 größer aussieht als die H2 darüber und die Hierarchie dadurch verwirrt. Beim Content selbst zählt vor allem, ob eine Seite die Suchintention wirklich beantwortet: Wer nach einer Anleitung sucht, will keine halbseitige Produktwerbung, sondern konkrete Schritte. Kurze, dünne Seiten mit weniger als 300 Wörtern lohnt es sich zusammenzulegen oder deutlich auszubauen. Wenn beim Audit auffällt, dass die gesamte Seitenstruktur veraltet ist und Inhalte über viele Unterseiten verstreut sind, ist oft nicht nur SEO das Thema, sondern ein grundlegenderer Blick auf das Webdesign sinnvoll.

Schritt 5: Interne Verlinkung

Interne Links verteilen Relevanz innerhalb der Website und helfen Nutzern wie Suchmaschinen, thematisch verwandte Inhalte zu finden. Achte beim Audit auf drei Dinge: Erstens, ob wichtige Seiten (etwa Leistungsseiten oder Bestseller) von mehreren anderen Seiten aus verlinkt sind und nicht nur über das Hauptmenü erreichbar sind. Zweitens, ob der Ankertext beschreibend ist statt generischer Formulierungen wie „hier klicken". Drittens, ob es verwaiste Seiten gibt, die von keiner anderen Seite intern verlinkt werden und dadurch schwerer zu finden sind. Ein Crawler zeigt dir die Anzahl eingehender interner Links pro URL, sortiert danach findest du verwaiste oder unterversorgte Seiten sofort.

Schritt 6: Bilder, Alt-Texte und Dateigrößen

Bilder sind gleichzeitig ein Ranking- und ein Performance-Thema. Prüfe, ob jedes relevante Bild einen aussagekräftigen Alt-Text hat, der den Bildinhalt beschreibt und wo passend das Haupt-Keyword natürlich einbindet, ohne es zu erzwingen. Für Nutzer mit Screenreadern ist der Alt-Text zudem keine Kür, sondern Barrierefreiheit. Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf die Dateigrößen: Bilder über 200 KB auf einer typischen Content-Seite sind fast immer ein Zeichen dafür, dass moderne Formate wie WebP oder AVIF und eine Kompression noch nicht genutzt werden. Auch Dateinamen sollten sprechend sein, „produktfoto-schwarz-leder.jpg" statt „IMG_4821.jpg" hilft sowohl der Bildersuche als auch der eigenen Dateiverwaltung.

Schritt 7: Strukturierte Daten prüfen

Strukturierte Daten nach Schema.org helfen Suchmaschinen, den Inhalt einer Seite eindeutig einzuordnen, etwa als Produkt, Artikel, FAQ oder lokales Unternehmen. Nutze den Rich-Results-Test von Google, um zu prüfen, ob dein Markup fehlerfrei erkannt wird. Häufige Fehler sind fehlende Pflichtfelder, veraltete Preisangaben bei Produkten oder ein Markup, das nicht zum sichtbaren Seiteninhalt passt. Gerade Shops profitieren stark von korrektem Produkt-Markup mit Preis, Verfügbarkeit und Bewertungen, weil es die Darstellung in den Suchergebnissen deutlich auffälliger macht.

Schritt 8: Mobile Darstellung und Usability

Google bewertet praktisch ausschließlich die mobile Version einer Seite. Öffne deine wichtigsten Seiten auf einem echten Smartphone, nicht nur in der Desktop-Vorschau des Browsers, und prüfe: Lassen sich alle Buttons und Links problemlos treffen? Ist der Text ohne Zoomen lesbar? Verschieben sich Elemente beim Laden (das drückt direkt auf den Cumulative Layout Shift aus Schritt 2)? Öffnen sich Formulare mit dem richtigen Tastaturtyp, etwa numerisch bei Telefonnummern? Solche Details wirken klein, summieren sich für mobile Nutzer aber schnell zu einer schlechten Erfahrung und damit zu höheren Absprungraten.

Schritt 9: Sichtbarkeit für KI-gestützte Suche

Neben der klassischen Google-Suche gewinnen KI-Antworten in ChatGPT, Perplexity oder den Google AI Overviews an Bedeutung. Für dieses Feld gelten teils andere Regeln als für klassisches SEO: klare, direkt beantwortbare Fragen im Text, gut strukturierte FAQ-Bereiche und eine llms.txt-Datei, die KI-Crawlern die relevantesten Inhalte zeigt, erhöhen die Chance, in KI-generierten Antworten zitiert zu werden. Wie du deine Inhalte gezielt dafür aufbereitest, beschreiben wir im Detail unter GEO-Optimierung. Für ein On-Page-Audit reicht an dieser Stelle die Prüfung, ob deine wichtigsten Seiten überhaupt klar strukturierte, direkt zitierbare Antworten enthalten.

Die Checkliste im Überblick

BereichWas du prüfstKostenloses Tool
Crawlbarkeitrobots.txt, Sitemap, Statuscodes, CanonicalsGoogle Search Console
LadezeitLCP, CLS, INPPageSpeed Insights
Meta-AngabenTitle-Länge, Description, DuplikateScreaming Frog
ContentH1/H2-Struktur, Textlänge, Suchintentionmanuelle Prüfung
Interne LinksAnkertext, verwaiste SeitenScreaming Frog
BilderAlt-Text, Dateigröße, DateinamePageSpeed Insights
Strukturierte DatenFehlerfreies Schema-MarkupRich-Results-Test
MobileBedienbarkeit, Layout-Shiftsechtes Smartphone
KI-SucheZitierbare Textabschnitte, llms.txtmanuelle Prüfung

Wann ein professionelles Audit sinnvoller ist

Ein selbst gemachtes Audit deckt die offensichtlichen und viele mittelschweren Probleme zuverlässig auf. An seine Grenzen stößt es, wenn es um komplexere technische Themen geht: Rendering-Probleme bei JavaScript-lastigen Seiten, internationale Ausrichtung mit hreflang, tiefergehende Log-File-Analysen oder die Priorisierung von Dutzenden Findings nach tatsächlichem Business-Impact. Genau hier lohnt sich ein professionelles Website-Audit, das technische Tiefe mit einer klaren Priorisierung verbindet, statt nur eine lange Fehlerliste zu liefern. Wer merkt, dass Umsetzung und Priorisierung mehr Zeit fressen als der Audit selbst, findet über unsere SEO-Agentur Unterstützung, die von der Analyse bis zur konkreten Umsetzung begleitet. Als Orientierung: Ein einmaliges technisches Audit inklusive Maßnahmenplan bewegt sich meist im gleichen Rahmen wie eine kleinere Website ab 1.990 Euro, hängt aber stark vom Umfang der Seite ab.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein On-Page-Audit in Eigenregie?
Für eine kleinere Website mit bis zu 30 Seiten reichen meist 3 bis 5 Stunden für die technische Prüfung und Erfassung. Die anschließende Umsetzung der Fixes dauert je nach Anzahl der Findings deutlich länger, oft mehrere Tage verteilt über einige Wochen.

Reicht die kostenlose Version von Screaming Frog aus?
Für Websites mit bis zu 500 URLs ja, die kostenlose Version deckt Crawling, Meta-Angaben, Statuscodes und interne Links vollständig ab. Erst bei größeren Seiten oder für regelmäßige automatisierte Crawls wird eine kostenpflichtige Lizenz sinnvoll.

Was ist der häufigste Fehler bei selbst gemachten Audits?
Viele prüfen nur einzelne Unterseiten statt der gesamten Website und übersehen dadurch systematische Probleme wie flächendeckend fehlende Alt-Texte oder eine durchgängig zu kurze Meta-Description-Länge. Ein vollständiger Crawl der Domain vermeidet diesen blinden Fleck.

Wie oft sollte ich ein On-Page-Audit wiederholen?
Bei aktiv gepflegten Websites empfiehlt sich eine grobe Prüfung alle 2 bis 3 Monate und ein vollständiger Audit einmal im Jahr. Nach größeren Änderungen wie einem Relaunch oder einem Theme-Wechsel sollte immer zeitnah geprüft werden.

Kann ich mit einem guten On-Page-Audit auf Backlinkaufbau verzichten?
Nein, On-Page-Optimierung und Backlinks wirken auf unterschiedliche Ranking-Faktoren. Ein technisch sauberes On-Page-Fundament sorgt dafür, dass Backlinks überhaupt ihre volle Wirkung entfalten können, ersetzt sie aber nicht.

Verbessert ein On-Page-Audit auch die Sichtbarkeit in KI-Suchmaschinen wie ChatGPT?
Ein Teil der Maßnahmen wie klare Struktur, direkte Antworten und saubere Überschriften hilft auch dort, reicht als alleinige Maßnahme aber meist nicht aus. Für gezielte Sichtbarkeit in KI-Antworten braucht es zusätzliche, speziell darauf ausgerichtete Optimierungen.

Lohnt sich ein On-Page-Audit auch für einen Shopify-Shop?
Ja, gerade bei Shopify-Shops mit vielen Produkt- und Kategorieseiten treten Duplikate bei Title und Meta-Description besonders häufig auf. Die Grundprinzipien dieser Checkliste gelten dort genauso, ergänzt um shopspezifische Punkte wie Produkt-Markup und Filterseiten.

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